Yacht

Yachten der Extraklasse Wohin ihr wollt

Luxusyacht
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Text | Marcus Krall

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Wenn man Laien die Vorteile einer Yacht be­schreiben möchte, zieht folgende Aussage immer: „Stell dir eine schöne Villa vor. Mit 500 Quadratmeter Grundfläche, höchster Einrichtungsstandard. Zimmer, also Kabinen, mit eigenem Balkon. Ein Pool dabei, ein Gym und ein eigener Koch. Und jetzt stell dir vor, diese Villa kann auf Reisen gehen und an den schönsten Plätzen bleiben und dann einfach weiterfahren. Das ist die Welt der großen Yachten.“

Während diese Beschreibung 90 Prozent aller Menschen ins Träumen versetzt, fragt der Rest – meist aus der jungen, aktiven Generation Y –: „Kann man damit auch zum Heli­skiing oder in die Arktis?“ Es sind die jüngeren Yachteig­ner, die einen Trend befeuern: Explorer­-Yachten. Sie unterscheiden sich von „normalen“ Yachten dadurch, dass sie oft Eisklasse besitzen, große Tanks und Kühlräume, um möglichst lange – mindestens 30 Tage – autark zu bleiben.

U-BOOTE, HELIKOPTER UND BEIBOOTE ALS AUSRÜSTUNG

Wer die Nordwest­ oder Nordostpassage befährt, hat halt nicht ganz so oft die Möglichkeit, zu tanken oder einzukaufen, wie es am Mittelmeer der Fall ist. Zur Ausrüstung gehören oft U­-Boote, Helikopter und Beiboote, um möglichst weit in exotische Reviere vorzudringen. Befanden sich vor zehn Jahren 30 Explorer weltweit im Bau, sind es aktuell über 60.

Die Gesamtzahl der Projekte, die gerade insgesamt auf den rund 180 Werften entstehen, nahm aber nicht im gleichen Verhältnis zu. Im Jahr 2011 wurde an rund 750 Yachten über 24 Meter Länge geschweißt und montiert, aktuell sind es 820.

YACHT UND FORSCHUNGSLABOR IN EINEM

Die ersten Explorer entstanden dabei Mitte, Ende der 1990er-­Jahre. Martin Francis, einer der renommiertesten Yachtdesigner der Welt, entwickelte für den saudischen Prinzen Khaled bin Sultan 1994 die Golden Shadow, eine robuste Begleityacht für seine Golden Odyssey.

Der Rumpf der Golden Shadow basiert quasi auf dem eines großen Thunfischfängers und ist äußerst seegängig. Auch die Reichweite ist mit 13.000 Seemeilen außerordentlich. Fährt man sparsam, reichen rund zwei Tankfüllungen für eine Weltumrundung. An Bord können sechs Beiboote und ein Wasserflugzeug gestaut werden, für maritime Forschungen und Untersuchungen besitzt die Yacht zudem ein Labor.

Francis bezeichnet die Golden Shadow gern als Vorläufer des modernen Explorers, entwarf mit Senses aber gleich noch eine weitere Blaupause für die nachfolgende Genera­tion. Die 59 Meter zeichnet er für und mit dem französischen Milliardär Jack Setton; innen wirkt Philippe Starck. Senses jedenfalls, abgeliefert von der Schweers­-Werft in der We­sermarsch, transportiert im Heck einen Helikopter und zahlreiche weitere Beiboote, darunter auch ein 13 Meter langes, das per Knopfdruck gewassert wird. Inzwischen soll Larry Page an dem Schiff Interesse bekundet haben.

Betrachtet man indes einige der neueren Explorer, schei­nen es verstärkt russische Eigner zu sein, die den Trend zur Expeditionsyacht befeuern – Cloudbreak, Ragnar und La Datcha werden russischen Eignern zugeschrieben.

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