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Zurück aus der Zukunft Wie auf einem fliegenden Teppich

24 Stunden in Dubai: die aktuelle Herbstkollektion zwischen neuem Bulgari-Bau und einer Bootsausfahrt der anderen Art
Herrenmode Herbst/Winter
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Mit der Foiler schuf die Firma Enata aus Dubai eine neue Motorboot-Kategorie. Der Schwimmkörper gleitet nicht durchs Wasser, er iegt eineinhalb Meter darüber. Was diese Konstruktion für Vorteile bringt und warum ihr die Zukunft gehört, weiß Enata-Manager Alois Vieuiot.

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Herr Vieuiot, warum sollte ich, als eingefleischter Motorboot-Fan, einen Foiler fahren?.

Das beste Argument dafür ist: Ruhe. Für mich ist das Foilerfahren einfach entspannend. Die Wellen sind kaum zu spüren, weil man ja über sie hinwegfährt. Ich fühle mich sehr stabil und sicher und wie auf einem iegenden Teppich. Charmanterweise wird man auf dem Foiler auch nicht seekrank.

Wie kamen Sie auf die Idee, ein foilendes Motorboot zu entwickeln?

Wir sind eine Familie von Seglern und Kitesurfern und haben mit dem Foilen vor etwa zehn Jahren begonnen. Neben Enata, dem Produzenten des Motorboots, gehört uns zudem das Unternehmen Hydros, das viel R&D-Arbeit für den America’s Cup geleistet hat. Hier wird ja auch auf Foils gesetzt. Es kamen letztlich einige Parameter zusammen, die zu der Konstruktion führten.

Sie haben also einen Yachting-Hintergrund?

Ja, die Familie hinter Enata ist seit Generationen in der Bootsbranche aktiv; die Eigentümer haben sich sogar einmal auf die Olympischen Spiele in der Tornado-Klasse vorbereitet, für die Teilnahme hat es dann leider nicht gereicht. Enata hat vor dem Foiler zudem bereits einige Boote und Yachten abgeliefert, zuletzt einen Racing-Trimaran. Wir sind also keine Anfänger.

Ist es eine Legende, dass Sie Ihre Bauten nicht am Computer entwerfen, sondern auf dem Papier?

Ich kann nur entwerfen, was ich irgendwie greifen kann. Mit einem Stift in meiner Hand und einem Zettel vor mir. Am Anfang steht bei mir immer eine Zeichnung, die zeigt, was ich am Ende sehen will. Die jungen Leute in meiner Firma haben auch angefangen, wieder zu zeichnen, und sind damit schneller als jeder Computerfreak. In den Archiven lagern mehr als 100 000 kleinformatige Zeichnungen von mir.

Ist es anspruchsvoller, einen Foiler zu fahren als ein normales Motorboot?

Es ist sehr viel einfacher. Viele Menschen, die ihn ausprobiert haben, vergleichen es im Anschluss mit dem Autofahren. Der Foiler reagiert viel direkter als ein Gleiter oder Verdränger. Sie benötigen keine Vorerfahrung, sondern müssen nur die Geschwindigkeit und die Richtung kontrollieren.

Wie schnell wird der Foiler, und wann hebt er ab?

Er erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 40 Knoten, bei 18 Knoten hebt er sich geschmeidig aus dem Wasser. Aber schon bei zwölf Knoten bemerkt man bereits, dass sich das Fahrverhalten signifikat ändert. Wer es ausprobieren mag, kann das bei uns in Dubai jederzeit tun. Wir haben aber auch im Yacht Club de Monaco ein Boot für Testfahrten liegen.

Der Foiler ist ja ein Hybrid-Boot. Im Batteriebetrieb schafft er allerdings nur zehn Minuten bei zehn Knoten Geschwindigkeit. Das ist kein Rekordwert.

Sie können derzeit zehn Minuten mit zehn Knoten fahren, richtig. Wenn Sie allerdings das Tempo drosseln, reicht die Kapazität der Batterien sehr viel länger. Der Elektromodus dient vor allem zum Fischen, für Hafenmanöver oder dafür, in die nächste Bucht zum Baden zu fahren. Wir meinen, dass die derzeitige Leistung ausreichend ist. Im Zuge der fortschreitenden Batterieentwicklung können wir künftig aber sicher auch andere Kon gurationen anbieten.

Sie verlangen fast eine Million Euro für ein 9,45 Meter langes Boot. Das scheint nicht gerade wenig.

Der Preis ist für ein solch innovatives Boot vollkommen gerechtfertigt. Der Foiler ist eine technologische Meisterleistung, Sie können ihn mit einem herkömmlichen Boot überhaupt nicht vergleichen. Wir haben zudem schon fünf Einheiten verkauft und erwarten viele weitere Bestellungen in naher Zukunft. Unsere Rechnung geht damit auf.

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Schlagworte
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Autor
Marcus Krall